Tee Lexikon A-B

Afrika

Die relativ jungen Anbaugebiete in Afrika befinden sich in Burundi, Kamerun, Mozambique, Malawi, Ruanda, Tansania, Uganda und Zimbabwe. In diesen Regionen wird jedoch nur Massenware produziert. Die edleren Gartentees stammen aus Kenias Hochland.
Die relativ kräftigen Kurzblatt- Tees enthalten einen hohen Gerbstoffgehalt und sollten mit Milch getrunken werden. Ca. 15 Prozent der weltweiten Teeproduktion stammt aus Afrika. Es werden fast ausschliesslich CTC-Tees für den englischen Markt produziert.

Anamalai

Ein Teeanbaugebiet welches sich an den Hängen des höchsten Berges in Südindien befindet. Die Hochebene von Anamalei und Mudi befinden sich in Nilgiri, dem bedeutendsten Teedistrikt in Südwest-Indien. Die beste Qualität der kräftigen broken Teas wird in den Trockenperioden von November bis Februar erzielt.

Anbaugebiete

Die Anbaugebiete erstrecken sich rund um den Globus entlang des Äquators. Der Tee gedeiht vor allem in Ländern mit subtropischem Klima, reichlich Sonne und Niederschlägen. Die Hauptproduktionsländer sind Indien, China, Kenia und Ceylon. Kleinere Anbaugebiete, in welchen Tee oft nur für den Eigenbedarf produziert wird, befinden sich unter anderem in Argentinien, Brasilien, Indonesien, Iran, Japan, Russland, Taiwan, Türkei, Vietnam, Korea, Malaysia und Thailand.

Anhwei

Die chinesische Provinz Anhwei (Anhui), zu welcher auch das Keemun-Gebiet gehört, liegt am unteren Teil des Jang-Tse-Kjang.

Argentinien

Die maschinengepflückten Tees aus den relativ neuen Plantagen in Argentinien sind von mittlerer bis unterer Qualität. Ihr Geschmack erinnert an die Ceylon Tees. Die idealen Voraussetzungen für Peperina, eine Pflanze aus der Gattung der Minze, finden sich im Hochland rund um Córdoba. Das sehr aromatische Kraut wird gerne mit Mate oder in einem puren Aufguss getrunken.

Aromatisierter Tee

Die Ursprünge des aromatisierten Tees finden sich in China. Bereits vor 800 Jahren wurden dem Tee dort Gewürze zugefügt. Die berühmteste Sorte in China ist der Jasmintee, welcher mit frischen Jasminblüten aromatisiert wird. Der erste bekannte aromatisierte Tee in Europa ist der Earl-Grey Tee. Das typische Aroma entsteht durch Beifügung von dem aus der Schale der Bergamottefrucht stammenden Öl. Mit der Zeit wuchs das Angebot von aromatisierten Tee auf mittlerweile mehrere 100 Sorten an. Die grünen, wie auch schwarzen Tees werden mit Blüten oder Früchten wie z.B. Jasmin, Lychees, Rosen, Magnolien, Äpfel, Heidelbeeren, Johannisbeeren oder Himbeeren gemischt. Auch exotische Früchte wie Mangos, Passionsfrucht, Kokosnuß, Guave, Blutorange werden verwendet. Man findet auch spezielle Aromen wie Rum, Schokolade, Karamel oder Vanille. Viele der heute in Europa verbreiteten parfümierten Tees werden allerdings mit Essenzen oder ätherischen Ölen aromatisiert. Diese werden nicht direkt bei der Herstellung, sondern erst später mittels langsam rotierenden Trommeln gleichmässig über den Tee verteilt. Oft werden dem Tee kleine Stückchen von Früchten zugegeben, welche aber mehr das Aussehen und weniger den Geschmack des Tees beeinflussen.
Aromatisierter Tee ist nicht bei allen Teetrinkern beliebt, doch eine gute Aromatisierung kann den Charakter des Tees optimal ergänzen.

Assam

Das grösste zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt, welches ca. 15 Prozent der Weltproduktion ausmacht, liegt in Assam. Die Hochebene befindet sich in Nordindien und ist zu beiden Seiten des Brahmaputra- Stromes gelegen. Der helle goldgelbe Aufguss der Assamtees aus der ersten Ernte im Februar (First Flush) schmeckt frisch, blumig und etwas würziger als der Darjeeling First-Flush. Der kupferrote Tee aus der Second-Flush Periode (Ende Mai bis Ende Juni) ist kräftiger, würziger und leicht malzig im Geschmack. Während der Regenzeit von Juli bis Oktober sind die Ernten zwar ertragreicher, aber die Qualität des Tees nimmt stark ab. Der Assamtee wird oft für die Ostfriesenmischungen verwendet. Er eignet sich gut für hartes Wasser und wird gerne mit Milch oder Sahne getrunken.
Assam Tees

Assam-Hybride

Eine Kreuzung der chinesischen (Thea Sinensis) und der indischen (Thea Assamica) Teepflanze, welche als Grundlage fast aller Teekulturen der Welt dient.

Ätherische Öle

Die in der Pflanze enthaltenen feinflüchtigen Öle sind für den typischen Duft und das spezielle Aroma verantwortlich. Auf dem kalten Tee sind diese oft als Oberflächenfilm sichtbar.

Aufbewahrung

Damit das Aroma nicht von Sauerstoff und Gerüchen verdorben wird, sollte der Tee trocken und luftdicht aufbewahrt werden.
Teedosen

Aufguss

Die Teeblätter sollten sich beim Aufgiessen ganz entfalten können. Grüner Tee kann ohne weiteres bis zu vier Mal aufgegossen werden. Der Erste Aufguss enthält am meisten Koffein, während sich danach mehr Gerbstoffe lösen, was den Tee milder und beruhigender macht.

Aufgussbeutel

Ursprünglich wurde der Teebeutel entwickelt um den Soldaten eine einfachere Zubereitung des Tees zu ermöglichen. Aufgussbeutel sind bei echten Teeliebhabern etwas verpönt. Sie enthalten allerdings keine schlechtere Qualität, sondern werden mit kleinblättrigen Tee bzw. Fannings und Dust, oft mit dem CTC verfahren hergestellt. Der Tee zieht schneller als ganze Blätter.

Auktionen

Die Auktionen finden in den grossen Hafenstädten der Produktionsländer wie z.B. Bombay oder Kalkutta in Nordindien, Cochin in Südindien, Colombo in Sri-Lanka oder Mombasa in Kenia statt. Auch London oder Amsterdam gelten als berühmte Teeumschlagplätze. Die Tea-Broker erledigen den Einkauf für die Importeure.

Ausbeute

Für 100kg Aufgussfertigen Tees werden ca. 430kg frische Teeblätter benötigt.

Autumnal Tea

Der Autumnal Tea bzw. Herbst Tee wird in Darjeeling und Assam nach der Regenperiode im Oktober geerntet. Oft hat er rötlich gefärbte Blätter.

Ayurvedischer Tee

Ayurveda ist eine ca. 3500 Jahre alte indische Heilkunst. Dabei geht es um die Einheit von Körper, Geist, Seele und Umwelt. Die ayurvedischen Tees, ausgewogene Teemischungen, sind ein Teil dieser Heilkunst.
Unsere Ayurveda Tees

B.P.

Broken Pekoe

Bancha

Ein einfacher Grüntee, der in Japan gerne als Alltagstee getrunken wird. Ban bedeutet grob bzw. gewöhnlich, so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Tee aus vorwiegend älteren und grösseren Blättern besteht. Der koffeinreiche und gerbstoffarme Tee kommt vom gleichen Teestrauch wie auch der Gyokuro (Frühjahr) und der Sencha (Herbst).
Bancha Tee

Bangladesh

1971 spaltete sich Bangladesh von Indien ab und wurde selbstständig. In den einst indischen Plantagen werden ca. 40000 Tonnen Tee von unterer bis mittlerer Qualität produziert.

Bannockburn

Nördlich der indischen Stadt Darjeeling liegt der über 100 Jahre alte Teegarten, welcher aus 90 Prozent China Tee besteht und einen sehr hochwertigen Blatt-Tee liefert.

Basket-fired

Dieser japanische Tee wird in Körben über dem Feuer geröstet, was ihm seinen Namen verleiht.

Bentick

Lord William Bentick war von 1828 bis 1835 Britischer Generalgouverneur in Indien, wo er viel zur Förderung des Teeanbaus beitrug.

Beuteltee

Siehe Aufgussbeutel

Black Tea

Schwarzer Tee ist ein Überbegriff für fermentierten Tee. Dieser stammt allerdings von der gleichen Pflanze wie der grüne Tee.
Unsere Schwarz-Tees

Blattgrade

Bei der Teeherstellung werden die Blätter nach dem Trocknen mit Sieben in vier verschiedene Grössen getrennt. Während die „Blatt-Tees“ nur aus ganzen Blättern bestehen, enthält der „broken Tee“ auch zerkleinerte Blätter. „Fanning“ besteht nur aus kleinen Blattstücken. „Dust“ wird ausschliesslich für Teebeutel verwendet. Die Blattgrade haben keinen Einfluss auf die Qualität. Ganze Blätter sind optisch schöner, brauchen aber auch eine längere Ziehzeit um ihre Inhaltsstoffe freizugeben. Mehr dazu im Kapitel über die Klassifizierung.

Blatt Tee

Der Blatt Tee besteht aus ganzen (ungebrochenen) Blättern und hat einen leichteren und aromatischeren Aufguss als „broken teas“.

Blend

Ähnlich wie beim Tabak versteht man unter Blended Teas eine Mischung aus verschiedenen Teesorten. Die grossen Importfirmen haben alle ihre eigenen Teemischer, welche die Blends zusammenstellen, um so eine gleich bleibende Qualität und eine gleich bleibenden Preis zu ermöglichen. Bis auf die Teesorten der grossen Teegärten sind die meisten Sorten Mischungen.

Body

Kräftiger, stark riechender Tee mit dunkler, rötlicher Farbe.

Bohea

Alte Bezeichnung für schwarzen Tee aus China.

Bombilla

Das typische Trinkröhrchen aus Südamerika für den traditionellen Mate, welcher in der Calabasa getrunken wird.
Bombilla

B.O.P.

Broken Orange Pekoe. Eine häufige und qualitativ gute Sorte der „broken Teas“.
Z.B. die Ostfriesen Mischung BOP

Boston Tea Party

Startschuss für die Amerikanische Unabhängigkeit. Nach Erhebung der Teesteuer warfen als Indianer verkleidete Kolonisten drei Schiffsladungen Tee über Bord der in Hafen liegenden englischen Teekutter. Mehr dazu im Kapitel „Geschichte des Tees“

Bread and Butter Tea

Tee von minderer Qualität der während des Monsuns geerntet wird.

B.P.

Broken Pekoe. Tee von mittlerer Qualität mit zerkleinerten Blättern.

Breakfast Tea

Relativ starke, in der Regel aus „broken Tea“ bestehende Mischung, die sich besonders gut fürs Frühstück eignet.
English Breakfast-Tea

Brunch Tea

Teemischung fürs gemütliche Brunchen. Grossblättrige Darjeeling und Assam Tees mit leichtem Aroma.

Broken

Tee mit zerkleinerten Blättern, dessen Aufguss ist schnell ziehend, kräftig und intensiv in Farbe und Aroma. Beim Zerkleinern der Blätter werden die Zellen des Blattes zerstört, was zu einer stärkeren Oxydation führt.